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Nahe und ferne Solidarität

Der Linzer Viktor Leutgeb setzt sich – wie weltweit viel mehr als 40.000 Menschen – für „Oikocredit“ ein
Ausgabe: 2011/38, Solidarität, Leutgeb, Oikocredit, Kredit, Armut, Lehrer, Banker, Kirchenmann
21.09.2011
- Ernst Gansinger


Etwa 330 Oberösterreicher/innen legen derzeit ihr Geld bei „Oikocredit“ an. Diese internationale Organisation gibt seit 35 Jahren Menschen in mehr als 70 armen Ländern Mikro-Kredite. Es sind Menschen, die etwas unternehmen, um aus ihrer Armut zu kommen.

Einer der oberösterreichischen Oikocredit-Geldanleger ist der Linzer Viktor Leutgeb, der als oö. Regionalrepräsentant am 23. September zum Oikocredit-Workshop ins Linzer Diözesanhaus einlädt. Dabei wird von der großen Wirkung selbst kleiner Kredite berichtet. Davon, wie Menschen durch Kredite ab 200 Euro zu helfen ist. Oikocredit verfügt über ein Netzwerk regionaler Büros und konnte dadurch bisher bereits etwa 30 Millionen Menschen Unterstützung bei ihren kleinen Schritten in ein selbstständiges Leben geben.

Lehrer, Banker, Kirchenmann. Diese Idee überzeugte Viktor Leutgeb, einen pensionierten Lehrer und früheren Bankangestellten sowie noch früheren Zentralsekretär der Katholischen Landjugend Österreich, der mitgeholfen hat, den ÖED (Österreichischer Entwicklungsdienst) aufzubauen. Er wendet sich jetzt ferner liegenden Solidaritäts-Zielen zu, nachdem er sich viele Jahre besonders für die Erhaltung des Naherholungsgebietes Pöstlingberg eingesetzt hat. Dabei wandte er sich auch mehrmals an die Diözese, die als Grundeigentümerin betroffen ist. Das Pöstlingberg-Engagement hat ihm aber viele Frustrations-Erlebnisse beschert. Er kämpfte dafür, dass ökologische Gesichtspunkte in dieser sensiblen Zone gewichtiger als ökonomische sind. Dabei legte er sich – unter anderem wegen der aus der Politik kommenden Idee für ein FIS-Skirennen – mit der Stadt Linz an. Eingaben wurden nicht beantwortet, er fühlte sich nicht ernst genommen und bekam das Gefühl, als einzelner Mensch keine Chance zu haben.

Der Allgemeinheit verpflichtet. „Wenn du etwas ändern willst, dann musst du eine große Gruppe von Menschen im Kleinen gewinnen und dann geh erst in die Öffentlichkeit.“ Dies ist die Lehre aus dieser Zeit des nahen Engagements. Mikro-Kredite, für die weltweit 43.000 Menschen der Organisation Oikocredit Geld leihen, können sich auf viele vernetzte Menschen stützen. Das und die strengen Richtlinien sind Leutgeb eine Garantie dafür, dass sich Engagement lohnt. Daher hilft er mit, Oikocredit bekannter zu machen, getreu seiner Überzeugung: „Wer in Pension ist, soll auch etwas für die Allgemeinheit tun.“




Einladung

Oikocredit-Workshop

Mit einer Geldanlage Armut „ersparen“, ist die Devise von „Oikocredit“: In Armut lebende Menschen erhalten ein Startkapital für den Aufbau einer Lebensgrundlage.
Wer Oikocredit Geld zur Verfügung stellt, kann mit zwei Prozent Verzinsung rechnen.Beim Informationsnachmittag stellt sich die Organisation „Oikocredit“ und der „Förderverein Oikocredit Austria“ vor. Außerdem soll Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch über MikroKredite sein.

- Freitag, 23. September 2011
- 14 bis 18 Uhr
- Diözesanhaus Linz, Kapuzinerstraße 84, 4. Stock
- Anmeldung: Tel. 01/505 48 55, E-Mail: bernhard.obojes@oikocreditaustria.at
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