Gerade war da noch Sommer. Und plötzlich, wie immer zu schnell und zu früh, gibt der Herbst kräftige Lebenszeichen von sich. Die Eisverkäufer weichen den Maronibratern, kurze Hosen und Sommerkleider verschwinden in den Untiefen der Kleiderschränke, die sommerliche Muscheldekoration wird durch Kürbisse in allen Größen und Farben ersetzt. Es ist eigentlich wie jedes Jahr. Man hätte noch gerne ein paar schöne Tage, ein bisschen Altweibersommer, weil doch der Sommer wieder so kurz und so verregnet war. Auch ich würde gerne den Anblick des bunten Herbstlaubes im Sonnenlicht genießen, bevor mich Wind und Regen ins warme Stübchen treiben. Aber wir können das Wetter nicht ändern und so versuche ich, das Beste daraus zu machen. Anstatt mit den Temperaturen zu hadern, freue ich mich auf die wärmenden Suppen und aromatisch duftenden Tees, nach denen mir den ganzen Sommer nicht zumute war. Ich nehme mir vor, die langen finsteren Abende mit der Lektüre guter Bücher zu verbringen, und werde mich wohl auch wieder daran gewöhnen müssen, schon beim Aufstehen das Licht aufzudrehen. Doch spätestens bei der Nachricht vom ersten Schnee in den Bergen muss ich mir eingestehen: Ich bin eher der Sommertyp!