Ausgabe: 2011/39, USA, Kirche, Missbrauch, Projekt, Mut, Sellmann
28.09.2011
Wenn von der katholischen Kirche in den USA die Rede ist, denkt man unwillkürlich an die Missbrauchsskandale. Von einer solchen Kirche soll man lernen können? Ja, sagen Theolog/innen von der Ruhr/Uni Bochum. In einer Reihe von Reportagen schildern sie die Erfahrungen, die sie bei ihren Besuchen in der Region Chicago gemacht haben: Wie man eine Werbekampagne professionell betreibt und dabei die spirituelle Dimension nicht vergisst, wie ein Priester einen ganzen Stadttteil verändert und warum Typberatung bei Pfarrgemeinderatswahlen sinnvoll ist – die Beschreibung dieser Projekte ist einfach Mut machend. Seltsamerweise kann man in der US-Diözese Rockford sogar messen, was in unseren Landen von Kirchenoberen wortreich als nicht machbar erklärt wird: die Qualität von Seelsorge. Jeder/Jede darf in der Pfarre dieselbe Professionalität wie in einem Restaurant oder Kaufhaus erwarten, heißt die Devise. Kirchliche „Profiler“ zeigen Pfarren und der Kirchenleitung, wohin sie sich entwickeln müssen. Von Seite zu Seite ist eine spannende, inspirierende und oft auch provozierende Lektüre garantiert.
Katholische Kirche in den USA, Was wir von ihr lernen können, Matthias Sellman, Herder, Frei-burg 2011, ISBN 978-3451324468, 178 S., Euro 14,95.