Danken hat mit seiner indogermanischen Wort-Wurzel einen Zusammenhang mit „Etwas-in-Gedanken-Halten“. Danken weiß um das Nicht-Selbstverständliche.
„Ernten“ bedeutet auch „bekommen“, „erhalten“. Man spricht zum Beispiel davon, dass jemand viel Lob geerntet hat. Auch Dank ist zu ernten. Beim Erntedank erntet in diesem übertragenen Sinn der Schöpfer Dank von Menschen, die sich als Beschenkte begreifen. Es ist paradox: In unserer eher nicht dankbaren Zeit wird viel gedankt. Mancher Dank ist ein sinniger, mancher eher ein unsinniger. Ein paar sinnige und ein paar unsinnige Beispiele, alle den Medien dieser Tage entnommen, sind hier zusammengetragen. Der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Zollitsch, dankte dem Papst für die Offenheit und Herzlichkeit. „Dank einem Doppeljackpot können diese Woche am Mittwoch 3,1 Millionen Euro im Lotto ausgespielt werden.“ „Anlässlich des 25-Jahr-Jubiläums des Wiener Don-Bosco-Hauses dankten am 24. September 200 Gäste mit Salesianerbischof Ludwig Schwarz den Salesianern Don Boscos.“ „Dank Fekter (deren Vergleich der Bankenkritik mit der Judenverfolgung) ist die berechtigte Attacke auf Faymann (Inseratenmissbrauch) vollkommen untergegangen.“
Machen Sie mit: Schicken Sie uns bis 7. Oktober Beispiele, wie der Dank in österreichischen Medien vorkommt.