In einer Zeit, in der es in Österreich immer weniger praktizierende Christen gibt, drängt sich das dritte politische Lager als Retter der anständig Glaubenden regelmäßig auf. Von den Kirchen meistens unbedankt, leider. Dabei zeigte das BZÖ schon mehrmals Bekennermut zum Christentum. Zuerst mit Peter Westenthaler, der bereits vor fünf Jahren unsere Berggipfel vor den islamischen Halbmonden verteidigte (echt gemein, dass er damals reingelegt wurde). Bei ihrer aktuellen Herbstkampagne verwenden die Orangen Bibelzitate um gegen Banken, Spekulanten, EU-Bosse und die Regierung vorzugehen. Mit dem Ersten: „Denn sie säen Wind und werden Sturm ernten“ wollen sie „aufrütteln und wachrütteln“. Als „neue bürgerliche Kraft setzt man auf die bürgerliche Bibel, sagt Kampagnenchef Stefan Petzner. Das zweite vom BZÖ verwendete Bibelzitat: „Denn sie wissen nicht, was sie tun“, ist jetzt aber nicht als selbstironische Kommentierung des BZÖ zu ihrer eigenen Kampagne zu verstehen. Sollte die seltsame Instrumentalisierung des Christentums fortgesetzt werden, könnte die Rechnung „BZÖ + Bibel = unfreiwillige Komik“ jedenfalls wieder ganz gut aufgehen. Etwa um die Ethik der Partei mittels Korintherbrief auf den Punkt zu bringen: „Alles ist mir erlaubt, aber es soll mich nichts gefangennehmen“.