Ein Reise-College der besonderen Art machte von 18. bis 25. September in Wien Halt. Koordiniert wurde das interreligiöse und interkulturelle Lernprojekt in Österreich von Barbara Heyse-Schaefer.
Muslimische und christliche Frauen wollen in einem zweieinhalbjährigen Studiengang in die jeweils andere Religion eintauchen – um dabei Unterschiede zwischen den Religionen verstehen zu lernen und den Dialog zu üben. Sie werden sich künftig für eine friedliche Gesellschaft einsetzen. „Insgesamt sind das 40 Frauen aus der Schweiz, aus Deutschland, den Niederlanden, Bosnien-Herzegowina, dem Libanon und aus Österreich“, erzählt Barbara Heyse-Schaefer. Sie ist seit acht Jahren Direktorin der Evangelischen Frauenarbeit Österreich. Davor war die evangelische Theologin 12 Jahre Gemeindepfarrerin in Wien-Gumpendorf und sieben Jahre Hochschulpfarrerin für Wien. Die gebürtige Niederösterreicherin hat die Veranstaltungen zu dem interreligiösen Lernprojekt EPIL (Europäisches Projekt für Interreligiöses Lernen) in Wien koordiniert. „Es ist das Friedensprojekt schlechthin. Um in Zukunft Konflikte zu vermeiden, brauchen wir Dialog.“
Aus Begegnungen lernen. Die Idee zu EPIL ist in der Schweiz geboren und vom Öku- menischen Rat der Kirchen Genf entwickelt worden. Zwei erfolgreiche Projekte wurden bereits durchgeführt. Der aktuelle Studiengang hat im Frühjahr 2011 in Männedorf in der Schweiz begonnen. Nach Wien sind die nächsten Stationen bis 2013 Sarajewo, Srebrenica, Amsterdam, Köln und Beirut. Neben den Vorlesungen gab es in Wien u. a. Exkursionen in multikulturelle Schulen, einen Besuch in einer Moschee und einen Lehrausflug ins AKH, „um zu sehen, wie dort das interreligiöse Seelsorgeteam arbeitet. Es geht darum, aus den Begegnungen etwas für unser interreligiöses Zusammenleben im Alltag zu lernen“, sagt Barbara Heyse-Schaefer.