In Österreich verdienen Frauen um ein Viertel weniger als Männer. Mit diesem Ergebnis liegt Österreich in der Europäischen Union an vorletzter Stelle vor Estland. Es ist wirklich erbärmlich, dass die Gehaltsschere in unserem Land immer noch derart weit auseinanderklafft. Um diese Lücke zu schließen und um auf das ungleiche Lohnniveau zwischen Männern und Frauen aufmerksam zu machen, wurde in vielen Ländern der „Equal Pay Day“ ins Leben gerufen. In Österreich fand der Aktionstag am 4. Oktober statt. Dieser Tag markiert jenen Punkt im Jahr, bis zu dem Männer durchschnittlich bereits jenen Betrag verdient haben, für den Frauen noch bis zum Jahresende weiterarbeiten müssen.
Dass eine Frau bei gleicher Arbeit weniger verdient als ein Mann ist nicht nur diskriminierend, sondern auch beschämend. Vom Bundesministerium ist nun ein Online-Gehaltsrechner installiert worden. Unter „www.gehaltsrechner.gv.at“ kann geprüft werden, ob der ausbezahlte Lohn auch gerecht und fair ist. Das hilft zum Beispiel, um bei Gehaltsverhandlungen gut argumentieren zu können und sich generell besser bei der Arbeitssuche zu orientieren – tendieren Frauen laut Studien doch dazu, sich mit weniger Lohn zufriedenzugeben als dies Männer tun. Am 1. März 2011 ist die Novelle des Gleichbehandlungsgesetzes in Österreich in Kraft getreten. Es bleibt zu hoffen, dass Betriebe nun auf Einkommenstransparenz setzen und die Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen auch tatsächlich ausräumen.