Mitten in Linz, am Pfarrplatz, steht ein Flüchtlingslager. Bis 9. Oktober können hier Vorbeikommende – unter ihnen viele Schulklassen – nachvollziehen, wie die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ die Arbeit mit Flüchtlingen in derzeit 25 Ländern der Welt organisiert. Das Flüchtlingsdorf ist täglich von 10 bis 18 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet. Darin weicht das „Schau“-Lager vom echten Flüchtlingslager ab, denn dieses ist rund um die Uhr geöffnet. „Flucht ist immer lebensbedrohend, immer dramatisch“, sagt Irene Jancsy von der Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ und setzt fort: „Menschen machen sich nie leichtfertig auf den Weg. Es ist schändlich, wie sich Europa hier abschottet.“ Weltweit sind 43 Millionen Menschen auf der Flucht, die Zahl steigt. Die ärmsten Länder nehmen die meisten Flüchtlinge auf. In Somalia etwa halten sich in einem auf 90.000 Flüchtlinge ausgelegten Lager 400.000 Menschen auf. Millionen Menschen fliehen innerhalb ihres Landes. Im Südsudan sind Menschen ihr ganzes Leben auf der Flucht vor den Gewaltakten verfeindeter Bürgerkriegsgruppen.