Die Jugendlichen, die bei der Linzer Produktionsschule Factory landen, haben große Probleme, einen Job zu finden. Umso beeindruckender ist, dass 84 Prozent der Absolvent/innen erfolgreich vermittelt werden können.
Die 19-jährige Linzerin Cornelia Spandl hat ihren Traumberuf gefunden. Sie macht eine Mediendesignerlehre in einer Werbeagentur. Der Weg dorthin war für sie kein ganz leichter. Als Schulabbrecherin musste sie sich vor zwei Jahren komplett neu orientieren. „Ohne die Produktionsschule wäre es schwierig geworden“, sagt Cornelia Spandl. Nach der Zuweisung durch das Arbeitsmarktservice konnte sie in der Factory das nötige grafische Handwerkszeug erlernen und sich gleichzeitig laufend auf eine Lehrstelle bewerben. Jungen Leuten könne sie die Produktionschule nur weiterempfehlen.
Cornelia Spandl ist eine der 827 Jugendlichen, die in den zehn Jahren des Bestehens der Factory betreut wurden. Zwischen 15 und 25 Jahre alt, zählen Schul- oder Lehrabbrecher, Arbeitslose oder junge Erwachsene, die Schwierigkeiten haben, einen Arbeitsplatz zu finden, zu den Klienten. Maximal können die Jobsuchenden die Produktionsschule ein Jahr lang besuchen. Beeindruckend: 84,4 Prozent können in eine Arbeit bzw. Ausbildung vermittelt werden.
Job nach Begabung finden. Die Kosten für die Schule in Linz übernimmt zu 49 Prozent das AMS, das Land OÖ trägt 51 Prozent bei. Das ergibt einen Gesamtförderbetrag des Landes für zehn Jahre Produktionsschule Linz in Höhe von rund 4,75 Mio Euro. „Viele Jugendliche haben Misserfolge hinter sich und finden durch die Produktionsschule einen Job nach ihrer Begabung“, betont Birgit Gersdorfer, Landesgeschäftsführerin des AMS Oberösterreich. Die Jugendlichen können in verschiedenen Werkstätten wie etwa Grafik, Holz oder Video anhand von Auftragsarbeiten Grundfertigkeiten erlernen: „Wir sind keine Übungsfirma, sondern es geht tatsächlich um etwas“, erklärt die Schulleiterin Bonnie Schepe eines der Erfolgsrezepte der Produktionsschule.