Kalte, elektronisch fiepende Sounds und eine Welle aus Streichern, aus denen sich langsam ein futuristisch, aber stellenweise auch zart klingendes „Art Of Almost“ schält, das im Finale in wilden Gitarrenriffs untergeht. Mit diesem Paukenschlag eröffnen Wilco ihr neues Meisterwerk „The Whole Love“. Danach rollt einem ein geradliniges, rockiges, mit Orgelklängen verziertes „I Might“ entgegen – Hitsingle. Das fröhlich und energetisch aufgeladene „Dawned On Me” schlägt kurz darauf in die gleiche Kerbe. Wenn dann die sanften, teilweise schmachtenden Klänge von „Sunloathe” und „Black Moon” und der Schunkelcountry von „Capital City“ erklingen, ist klar, dass „The Whole Love” das Zentrum des bisherigen wilcoschen Schaffens markiert, das alles, was die Band bislang zu Stande brachte, in sich vereint. Und so scheint dann „Standing O” direkt aus der Prog-Rock-Ära von „A Ghost Is Born” zu kommen, wie „Rising Red Sun” auf die verspielten Sommerklänge von „Summerteeth” verweist. Und am Schluss dann ein Monument der Sanftheit: „One Sunday Morning” mutiert zu einer Endlosschleife, zu einem nicht enden wollenden Mantra, das völlig gefangen nimmt und dem man auch nie wieder entkommen will. Mit ihrem Crossover zwischen Pop, Country, Rock und einer Prise Avantgarde haben Wilco mit „The Whole Love” ein musikalisches Monster erschaffen, dem lange niemand das Wasser wird reichen können.
- Wilco – The Whole Love (erschienen bei dBpm Records).