Wenn Menschen zusammen kommen, die einander kennen, haben sie sich viel zu erzählen. Aber hören sie auch zu? Häufig nicht, wie es scheint. Sie reden nämlich gleichzeitig. Man hört aber schlecht, wenn man selber redet.
Erschöpft ziehe ich mich in solchen Situationen in meine Gedanken zurück. Ich will dem Gespräch nicht mehr folgen. Vielleicht könnte ich es. Die Mühe aber ist mir zu groß, die Worte, die sich kreuzen und dabei ineinander purzeln, wieder auseinanderzuklauben und zu ordnen: Wer hat was gesagt? In welche Richtung hat es jemand gesagt?In unserer Zeit wird viel geredet und wenig gehört.
Wie ein Sturm den Regen peitscht, peitschen die Menschen ihre Worte aus sich hinaus. Solche Worte durcheinander gesendet, ohne selbst empfangsbereit zu sein, prasseln auf die Menschen ein wie ein Wolkenbruch-Regen. Die Worte schlagen auf undspritzen weg. Dann verdunsten sie oder werden im Wort-Rinnsal weggeschwemmt, strudeln dem Kanal der Bedeutungslosigkeit zu.
Ich wünsche mir manchmal Wort-Regenschirme. Noch besser ist die Sonne der Stille, die die große Nässe wieder auftrocknet.