Ausgabe: 41/2011, Winter, Christen, Ägypten, Frühjahr, Muslime, EU
13.10.2011
- Hans Baumgartner
Im Frühjahr protestierten sie noch Seite an Seite auf dem Tahrir-Platz für Freiheit und Demokratie: Christen und Muslime. Seither verschlechtert sich die Lage der vorwiegend koptischen Christ/innen in Ägypten aber zunehmend. Die revolutionäre Wende wurde für sie kein „Frühling“; Zehntausende haben seither ihre Heimat verlassen, weil sie immer öfter Übergriffen radikalisierter Muslime ausgesetzt sind. Und wenn sich die Christen aufraffen, dagegen offiziell zu protestieren, dann schicken die Machthaber ihre legendären Schlägertrupps, um dann mit dem Militär für „Ordnung“ zu sorgen und Christen wahllos zu töten. Bleibt zu hoffen, dass den umgehenden Protesten der EU-Außenminister auch wirksame Taten folgen.