„In keiner anderen europäischen Region arbeiten so viele verschiedene Organisationen bei der Bekämpfung von Rechtsextremismus und Fremdenhass zusammen wie in Oberösterreich“, sagte Robert Eiter beim „Antifa“- Jahrestreffen im Bildungshaus Puchberg.
Das Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus ist seit der Gründung vor zehn Jahren von damals 26 auf 63 Mitglieder-Organisationen angewachsen. Heuer sind fünf Beitritte zu verzeichnen (z.B. die Hochschülerschaft). Zur Zehn-Jahres-Feier am 1. Oktober kamen 130 Vertreter/innen von politischen, kirchlichen, kulturellen und humanitären Organisationen aus dem gesamten Bundesland. Sie stimmten ihre Aktivitäten ab.
Rechtsextremismus nimmt zu. Das Engagement gegen den Rechtsextremismus wird immer wichtiger. Ende September bestätigte der Sicherheitsbericht des Innenministeriums, worauf das Mauthausen Komitee Österreich schon oft hinwies: Rechtsextreme Straftaten nehmen stark zu. Im Jahr 2010, so das Innenministerium, wurden 580 rechtsextreme bzw. fremdenfeindliche Delikte angezeigt, um 28 Prozent mehr als im Jahr 2009. Der Vorsitzende des Mauthausen Komitees, Willi Mernyi, misst dem Anstieg der Anzeigen aber auch einen positiven Aspekt bei: „Die vielen Anzeigen bedeuten auch, dass es immer mehr Menschen gibt, die sensibel auf Rechtsextremismus reagieren und Zivilcourage zeigen, indem sie die Vorfälle zur Anzeige bringen.“
Nicht wegschauen. Die Teilnehmer/innen am Netzwerktreffen in Puchberg kritisierten allerdings Landesregierung, Sicherheitsbehörden und Strafjustiz, weil sie unzureichend auf den Rechtsextremismus reagieren. „Das Wegschauen und Verharmlosen muss endlich aufhören“, so der Tenor des Treffens.
Eine der 63 Netzwerk-Organisationen ist M.u.T. (Menschlichkeit und Toleranz) in Ried/I. Gemeinsam mit dem Volksbildungswerk, dem Bildungszentrum St. Franziskus und dem Treffpunkt der Frau lädt M.u.T zur Experteninformation (Hannes Koch und Christian Schacherreiter) sowie Diskussion zu einer Straßenbenennung in Ried/I ein: „Karl Itzinger, Heimatdichter und Nationalsozialist“, Donnerstag, 13. Oktober, 20 Uhr, Landesmusikschule Ried/I, Konvikt Straße 8.