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A Mensch mecht i bleibn

Nachmittagsbetreuung für Senioren in Sarleinsbach.
Ausgabe: 41/2011, Menschen, Kirchenwirt, Sarleinsbach, Sozialsprengel, Mühlviertel, spielen, Gemeinschaft, Runden, ARCUS,
14.10.2011
- Ernst Gansinger
Wenn am 16. Oktober um 20 Uhr Abt Martin Felhofer beim Kirchenwirt in Sarleinsbach über Hoffnung und Ermutigung in bewegter Zeit spricht, spricht er zu Festgästen, die durch ihr Engagement selbst ermutigen: Zu Mitgliedern des Sozialsprengels Oberes Mühlviertel, der sein 30-Jahr-Jubiläum feiert. „Ja, ma is schau froh, waunn ma auf’d Wocha amal woaß, wo ma hingeht!“ – Wie die 86-jährige Monika Schlögl denken alle, die regelmäßig in die freitägliche Nachmittagsbetreuung für Senioren in Sarleinsbach kommen. Ehrenamtliche Helfer/innen des Sozialsprengels Oberes Mühlviertel (SOM) ermöglichen dieses wöchentliche Beisammensein bei Kaffee, Kuchen, Spielen, Singen, Plaudern. Man trifft sich im Sozialraum der Ameisberg-Werkstatt. 1600 Mitglieder. Vor 30 Jahren wurde der Sozialsprengel gegründet. Heute zählt der Verein in 16 Gemeinden – von Kirchberg bis Julbach und von Neustift bis Altenfelden – mehr als 1600 Mitglieder. Obmann Max Wiederseder nennt als Ziel von SOM: „Die Leute sollen möglichst lange in der gewohnten Umgebung sein können und das in guter Qualität.“ Motto: „A Mensch mecht i bleibn.“ „Hos’n obi“. Eines der Angebote, die für gute Qualität sorgen, organisiert das Ehepaar Franz und Monika Stöbich mit dem Seniorennachmittag in Sarleinsbach. Jeweils zwei ihrer vierzehn Helfer/innen bilden an jedem Freitag mit den Stöbichs das vierköpfige Betreuungsteam. Monika Schlögl, die eingangs schon Zitierte, lässt sich Kaffee und Kuchen schmecken und fährt fort: „Was glaubst du, wie alleine man wird! Den Jungen kannst nicht nachrennen, die haben auch nicht so viel Zeit. Da ist man froh, wenn etwas geboten wird. Daheim sitzen und warten, dass jemand kommt, da kannst lange warten!“ Heute freut sie sich schon aufs Kartenspiel „Hos’n obi“. Eine fröhliche Runde. Die neun Besucher/innen sitzen an drei Tischen. An einem wird „Grea-Bua“ gekartelt, am anderen „Hos’n abi“ und am dritten „Mensch ärgere Dich nicht!“ gespielt. Die drei Damen, zu denen sich die Seniorennachmittags-Helferin Viktoria Lang als vierte gesellt, ärgern sich tatsächlich nicht. Sie lachen viel und spielen flott, auch die 91-jährige Frau Pusch. Sie ist alleinstehend. „Da ist es angenehm, hier am Freitag andere zu treffen.“ Die 88-jährige und halbseitig gelähmte Frau Gahleitner spielt bei der „Grea-Bua“-Partie mit. Sie nimmt die Karten vom Kartenständer und lächelt zufrieden. Der Seniorennachmittag ist ihr Zeitvertreib und Entspannung. Die anderen ergänzen: „Es ist eine schöne Unterhaltung und auch ein bisschen ein Hirntraining.“ So ist der Seniorennachmittag Ausdruck, der von Max Wiederseder dargestellten Absicht von SOM: „Eigenverantwortliche Lebensführung und aktive Nachbarschaftshilfe.“ Dass sich ältere Menschen treffen können und Personen entlastet werden, die diese daheim betreuen, war Motiv der Initiative, der sich das Ehepaar Stöbich verschrieben hat.
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