Anerkannte Flüchtlinge haben ein großes Problem: Wie bekommen sie eine Wohnung?
Marion Huber, Abteilungsleiterin der Caritas-Flüchtlingshilfe, und Brigitte Egartner, Leiterin der Caritas-Migrant/innenhilfe, widersprechen einer Aussage des Österreichischen Integrationsfonds ÖIF (KiZ Nr. 40). – Dass sich der ÖIF jetzt auf anderes konzentriere und daher keine Integrations-Wohnhäuser mehr führe, dies würden nun NGOs wie die Caritas oder die Volkshilfe machen.
Ersatzloses Ende. Das treffe nicht zu, sagen die Caritas-Expertinnen. Die NGOs haben jetzt zwar das Problem, aber nicht die Aufgabe. Der ÖIF hat nämlich seine Zuständigkeit beendet, ohne dass es Ersatz gibt: Werden Asylwerber zu anerkannten Flüchtlingen, können sie noch vier Monate in der Grundversorgung bleiben – auch im Quartier – aber dann müssen sie selber schauen, wie sie durchkommen. Arbeiten durften sie nicht während des Asylverfahrens, also fehlt ihnen Geld, die Kaution zu zahlen. Der ÖIF hatte das Zuweisungsrecht für fast 3000 Wohnungen in Oberösterreich und hatte Kredite für Kautionen vergeben. Das hat er aufgehört. So sind die Flüchtlinge auf Wohnungsgenossenschaften angewiesen; dort sind die Wartezeiten länger als die Bleibe-Möglichkeit im Asyl-Quartier von vier Monate. So suchen viele Flüchtlinge Hilfe bei der Caritas (Kasten rechts). Diese hat selber keine Wohnungen, kann nur (begrenzt) vermitteln. Was bleibt, sind Übergangswohnungen bei der Wohnungslosenhilfe. Und Privatwohnungen? – Alleine in Wels hatte die Caritas heuer bis zum Sommer 105 Kontakte mit Privatvermietern – in keinem Fall wurde daraus eine Wohnmöglichkeit für anerkannte Flüchtlinge!
Sozialhilfe. Die Caritas-Expertinnen schlagen vor, dass die Sozialhilfe diese Lücke ausfüllt und Kautions-Kredite vergibt. Der Bezirk Vöcklabruck macht das beispielhaft vor.
Caritashilfe
Bei der Flüchtlingshilfe der Caritas OÖ sind 17 Berater/innen (Recht, Soziales, Rückkehrhilfe) tätig. 23 Mitarbeiter/innen betreuen 430 Asylwerber/innen in den zehn Häusern.Im Jahr 2010 sind durch die Caritas-Rückkehrhilfe 360 freiwillige Rückkehrer/innen heimgekehrt. Es kehren bereits mehr freiwillig heim, als abgeschoben werden.Die Caritas-„Migrant/innenhilfe“ (zwölf Mitarbeiter/innen) führte heuer schon über 5.300 Beratungsgespräche.