Seit der Eröffnung der ersten Bibelausstellung 2001 haben 650.000 Menschen die Schau gesehen. Warum sie noch immer nicht in die Jahre gekommen ist, erklärt Franz Kogler, der Leiter des Linzer Bibelwerks. Er hat wesentlich Anteil an dieser Erfolgsgeschichte.
Das erste Mal wurden im Herbst 2001 hunderte Menschen in Rechberg „vom Duft der Bibel angelockt“. Safran, Granatäpfel und Datteln waren nicht nur Ausstellungsgegenstände, die die Welt der Bibel erklärten – sie sind vielmehr Symbol für die gesamte Schau: sie wollen die Besucher/innen auf den Geschmack der Heiligen Schrift bringen. Das Konzept, Menschen zuerst einmal neugierig auf die Bibel zu machen, ist von Anfang an aufgegangen, freut sich Franz Kogler. Allein in Oberösterreich war die Ausstellung bisher über einhundert Mal zu sehen.
Keine Bibelausstellung ist gleich. Zu den Highlights zählen sicher die Bibelausstellungen außerhalb der Diözese: in Jerusalem, im Wiener Dommuseum oder am ökumenischen Kirchentag in München. Kogler betont aber, dass vor allem jede einzelne Ausstellung in den Pfarren ein Kunstwerk ist, das keinen Vergleich mit noch so klingenden Aufstellungsorten zu scheuen braucht. Unterstützt von den Mitarbeitern des Bibelwerks, Helmut Tschautscher (ehrenamtlich) und Pfarrer Hans Hauer, sind oft bis zu einhundert Männer und Frauen in den Pfarren in die Vorbereitung eingebunden. „Was dabei entsteht, ist ein wesentlicher Baustein des Erfolgs“, sagt Kogler. So entwickelt sich die Bibelausstellung jeweils neu und läuft sich auch nicht tot.
Bibel-CD’s und Bibellexikon. Die Texte der Ausstellung sind wissenschaftlich abgesichert, aber sehr einfach gehalten. Sie wollen nicht so sehr Antworten geben, als zum Nachdenken anregen oder überhaupt einmal die Lust wecken, selbst zur Bibel zu greifen. Dazu dienen auch Kultgegenstände aus dem Judentum, Früchte aus Palästina oder Computerspiele. Die für die Ausstellung entwickelte CD ist zu einem Erfolgsprodukt geworden. Ebenso wurde „Herders Neues Bibellexikon“ des Linzer Bibelwerks – unterstützt durch die Ausstellung – zu einem Bestseller und hat sich schon 20.000 Mal verkauft. (Die polnische und spanische Übersetzung ist fertig.) All die unterschiedlichen Anregungen wollen eines erreichen: „Sie sollen die Überzeugung aufblitzen lassen, dass die Texte der Bibel eine Hilfe für das Leben sind“, betont Kogler. „Das Ziel der Ausstellung ist geschafft, wenn Besucher/innen sagen: So, jetzt gehe ich nach Hause und schlage in der Bibel nach.“