Ausgabe: 2011/43, Weltspartag, Sparefroh, Münzen, Bank, zählen, Geld
27.10.2011
- Brigitta Hasch
In meiner Kindheit war der 31. Oktober noch fest in den Händen des Sparefrohs. Zum „Schulsparen“ brachten wir stolz unsere Metall-Sparbüchsen mit in die Schule, nicht ohne sie vorher von den Großeltern noch etwas anfüllen zu lassen. Dann beobachteten wir gespannt, wie die Münzen von den Bankangestellten händisch gezählt wurden und der gesparte Betrag ins Sparbuch eingetragen wurde. So war es der Brauch im letzten Jahrhundert.
Diese Form von Sparen findet man heute nur noch selten. Die nahe Beziehung zum Geld, zu den Scheinen und Münzen in der Hand hat sich in eine Fernbeziehung zum Konto und zum Online-Sparbuch verwandelt. War das Klimpern in der Sparbüchse noch mit dem Gefühl „das gehört mir“ verbunden, wird heute alles überwiesen und abgebucht und der Kontostand ist eine bloße Zahl.
„Auf etwas sparen“ rechnet sich heute meist nicht mehr, denn die Zinsen decken die Inflationsrate längst nicht ab. Sparen wäre aber ein so wertvolles Instrument, um das Gefühl und die Wertschätzung für Geld zu entwickeln. Wer nie das Sparen gelernt hat, sollte sein Geld besser nicht in riskante Anlageformen stecken oder auf Pump kaufen. Das könnte sonst leicht ins Auge gehen.