Voller Freude auf die Menschen, die ihr in Tansania ans Herz gewachsen sind, machte sich Johanna Kilpatrick am 2. November erneut auf den Weg in das afrikanische Land. 2009 hat die Oberösterreicherin dort ein Hilfsprojekt gestartet, das nun weiter aufgebaut werden soll.
Die Fahrt bis Lumbila ist anstrengend. Von Daressalam, der größten Stadt Tansanias, geht es für Johanna Kilpatrick im Bus 17 Stunden „über Stock und Stein“ bis Kyela, einer Kleinstadt am Lake Malawi. „Dort muss ich dann in ein Boot umsteigen, um nach Lumbila zu gelangen, das nur über den See erreicht werden kann. Die Menschen im Dorf sind arm. Es gibt keinen Strom, kein fließendes Wasser. Die Erde ist karg und kaum für die Landwirtschaft geeignet. Die Leute ernähren sich vor allem von Fisch und Kassava. Generell ist die mangelnde Bildung eines der größten Probleme im Land“, erzählt die pensionierte Hauptschullehrerin. Bei einem zweimonatigen Aufenthalt 2008 in einem Waisenhaus der Benediktinerinnen in Tansania hat sie den Pfarrer von Lumbila kennen gelernt und ihn im Dorf besucht. Gemeinsam mit ihren Projektpartnern Hans Veit und Karl Danzer hat sie dort 2009 ein Hilfsprojekt gestartet. Im Aufbau sind eine Berufsschule für Mädchen und Burschen und ein Landwirtschaftsprojekt. Ein Kindergarten läuft bereits.
Konversion. In Tansania ist die Mutter von drei Kindern und Ehefrau eines gebürtigen Engländers immer alleine unterwegs. „Ich bin voller Vertrauen, das nichts passiert. Die Leute sind so freundlich und lebensfroh. Kaum bin ich dort, vergesse ich, das ich weiß bin. Die Hautfarbe trennt uns nicht“, so Johanna Kilpatrick. Am 3. Dezember kehrt sie wieder ins oberösterreichische Aigen zurück, wo sie ein paar Tage später vom evangelischen zum katholischen Glauben übertreten wird. „Der Glaube bedeutet für mich Kraft, Hoffnung, Geborgenheit und das Wissen, ich bin gehalten in Jesus, was immer in meinem Leben auch kommen mag.“