Österreich trauert in diesen Tagen um zwei Menschen, die aus ihrem Glauben heraus viel bewegt haben: Peter Quendler und Paul Schulmeister. Beide zeichnete aus, dass sie ihre eigenständige Berufung als „Laienchristen“ ernst nahmen.
Als im Zuge des Waldheimwahlkampfes antisemitische Töne immer lauter wurden, klingelten bei Schulmeister die Alarmglocken. Sich der Schuld der Kirche am Antijudaismus bewusst, sah er sich als Christ herausgefordert dagegenzuhalten. Er hatte keine Scheu, politisch anzuecken, und stellte als KA-Präsident mit vielbeachteten Veranstaltungen die größte Laienorganisa-tion des Landes in den Dienst einer klaren Absage an jede Form des Antisemitismus und für ein geschwisterliches Miteinander von Christen und Juden. Als „Antwort“ auf die politisch geschürten „Islam-Ängste“ gründete er mit Weggefährten die Plattform „Christen und Muslime“. Mit Peter Quendlers Einsatz für „Nachbar in Not“ bekam die Nächstenliebe ein weithin bekanntes Gesicht. Doch Quendler war mehr als ein charismatischer Hilfsorganisator. Als sich unter manchen Teilnehmern der von ihm aufgebauten Familienerholungswochen Widerstand regte, weil daran auch – von Quendler bewusst eingeladen –Familien mit behinderten Kindern teilnahmen, schritt er entschlossen gegen die Kritiker ein. Christsein, das war für ihn Solidarität ohne Scheuklappen und Grenzen. Gerade eine in Krisenzeiten gebeutelte Kirche tut gut daran, sich ihres Schatzes von Tausenden Frauen und Männern zu erinnern, die ihr Christsein in dieser Art leben.