Es ist spannend, in der Bibel zu lesen, wie die ersten Gemeinden – herausgefordert durch ihre Umwelt – gerungen haben, um in der Nachfolge Jesu zu bleiben. Gebetet haben sie immer, aber dann warfen sie das Los, um einen Nachfolger für den Apostel Judas zu finden. Beim Apostelkonzil diskutierten sie miteinander, einigten sich und verabschiedeten ein Drei-Punkte-Programm. Andere Male griff Paulus persönlich mit recht groben Worten ein, um den Gemeinden zu zeigen, wo’s langgeht. Die biblischen Methoden der Wegsuche waren sehr unterschiedlich. Warum kann nicht heute eine seriöse Umfrage – und die Umfragen von Prof. Zulehner haben Hand und Fuß – ein Hinweis sein, in welche Richtung die Kirche suchen sollte? So spricht sich in seiner jüngsten Untersuchung eine große Mehrheit von Pfarrern für Reformen aus. Wenn sich in einem Los der Wille Gottes zeigt, dann kann er sich auch in Men-schen zeigen, die in ihrer Arbeit ähnliche Erfahrungen machen. Die Bischöfe haben in ihrer Stellungnahme auf das Zweite Vatikanische Konzil hingewiesen und laden ein, „die Zeichen der Zeit im Licht des Evangeliums zu deuten“. Das ist ein anspruchsvolles Programm, das neu auf den Weg der Nachfolge Jesu führen soll.