Am Barbaratag muss man sie schneiden – dann blühen sie zu Weihnachten. Barbarazweige sind ein gutes adventliches Symbol – besonders für eine Zeit, die in Vielem recht ungeduldig geworden ist. Alles soll sich schnell erledigen: die Wirtschaftskrise, das Weltklima, die Konflikte im arabischen Raum, die Vertrauenskrise in der Kirche. Im privaten Bereich ebenso: Krankheiten, Beziehungsangelegenheiten. Was ich heute tue, soll morgen schon spürbar sein. Die Barbarazweige zeigen es anders. Sie blühen nicht gleich morgen, wenn ich sie heute schneide. Sie verlangen die Zeit ab, die es braucht, bis sich die Knospen bis zur Blüte entwickelt haben. Heute etwas tun, damit später etwas gut werden kann – das ist die „Botschaft“ der Barbarazweige. Etwas Tröstliches liegt darin. Wer weiß, ob nicht längst Menschen da sind – in unseren Schulen, den Kindergärten oder in Jugendgruppen –, die, wenn es Zeit ist, für Gesellschaft und Kirche Gutes wirken werden? Noch sind sie unscheinbar, aber eines Tages werden sie etwas zum Blühen bringen. Eine Lebenshaltung ist damit verbunden.Es lohnt sich, für das Gute zu wirken, auch wenn ich die Früchte nicht selbst genießen werde. Einmal wird es zum Blühen kommen.