Helmut Neuhofer war fast 50 Jahre lang Pfarrer von Reichraming. In dieser Zeit hat der Ausnahmekönner an der Orgel zahlreiche Werke verfasst. Seine Musikleidenschaft hat geholfen, manche Gräben im Ort zu überwinden, und ihm einmal sogar eine Privataudienz beim Papst beschert.
„Wirst nicht lange bleiben“, gaben seine Vorgesetzten dem blutjungen Kaplan Helmut Neuhofer im Jahr 1963 zu verstehen, als er sich aufmachte, um in Reichraming als Priester auszuhelfen. Es sollte jedoch ganz anders kommen, und so ergab sich für Helmut Neuhofer die Möglichkeit, zuerst als Kaplan und dann als Pfarrer jahrzehntelang mit großer Begeisterung und mit Engagement in der Ennstal-Gemeinde zu wirken. Erst letzten August ging er mit 76 Jahren in Pension.
Herzstück und große Trösterin. „Aus der Praxis für die Praxis“ war der Zugang bei seinen zahlreichen Kompositionen (siehe Spalte rechts) für den örtlichen Kirchenchor, den er langjährig geleitet hat. Als Herzstück der Kirche, große Trösterin und Begleiterin für alle Lebenslagen bezeichnet Helmut Neuhofer die Musik. Stolz ist er darauf, dass „wir immer gute Qualität hatten in Reichraming“. „Er ist der einzige Priester weit und breit, der die Kunst der Fuge auf der Orgel beherrscht“, schwärmt einer seiner „Schüler“, Theologieprofessor Bernhard Schörkhuber. Dabei hat auch Monsignore Neuhofer klein angefangen. Bei seinem ersten Auftritt mit 13 Jahren an der Orgel in Wels-Herz Jesu mochte nichts so recht gelingen, erinnert er sich mit einem Schmunzeln. „Ich hab dann einfach aus Verzweiflung mit einem Knopfdruck alle Register gezogen. Das hat mir nachher sogar viel Lob eingebracht.“ Weniger mit einem Trick als mit großer Hartnäckigkeit schaffte es der Reichraminger Altpfarrer zu einer Privataudienz bei Papst Johannes Paul II. Gemeinsam mit einer Abordnung aus Reichraming musizierte der Priester vor der Residenz in Castel Gandolfo. Nach längerem Hin und Her sollten er und seine Begleiter es schließlich schaffen, zu einem persönlichen Gespräch mit dem polnischen Papst vorgelassen zu werden. Und nicht zuletzt hat Neuhofers Musikleidenschaft dabei geholfen, manche Gräben in einer Gemeinde, die lange noch von der Trennung in „rote“ und „schwarze“ Reichshälfte geprägt war, zu überwinden. So hatte er kein Problem damit, auch mit dem Gesangsverein im „roten“ Volksheim Musik zu machen. Neuhofer: „Mir war immer jeder recht, ich hab da keine Unerschiede gemacht. Und die Musik hatte immer etwas Verbindendes.“
Stichwort
Die Werke
Auswahl an Kompositionen von Helmut Neuhofer: - Messe: Missa Virga Jesse floruit - Vespern: Marien-Vespern, Christkönig-Vesper - Propriengesänge: am bekanntesten ist Franz-von-Sales-Proprium.
Aufführung
Am So., den 11. Dezember 2011 werden um 10 Uhr in der Pfarrkirche Reichraming anlässlich des 77. Geburtstages von Msgr. Neuhofer die „Missa Virga Jesse floruit“ und weitere geistliche Gesänge aus der Feder des Altpfarrers vom Vokalensemble ConBrio unter der Leitung von Prof. Bernhard Schörkhuber aufgeführt.