Einfach ist es, die Frauen später in Pension gehen zu lassen. Das bringt finanziell etwas, und die Gegenwehr ist überschaubar.
Ausgabe: 48/2011, Gleichberechtigung, Unter uns, Radio, Paukenschlag, Pension, Geld
23.12.2011
Auf einmal soll in Sachen Gleichberechtigung etwas rascher gehen als geplant? Das kann nur ein Irrtum oder ein Aprilscherz sein, denk ich mir, als ich die Meldung – eher nebenbei – im Radio höre. Ich spitze also sofort meine Ohren und warte gespannt darauf, was diese Schlagzeile nach sich zieht. Und da kommt er auch schon, der Paukenschlag, den ich befürchtet habe: Es geht um die Gleichstellung beim Pensionsantrittsalter. Die soll nun früher als ursprünglich geplant realisiert werden. Dass beim Pensionsrecht vieles zu ändern ist, steht außer Frage. Dass künftig auch Frauen länger arbeiten müssen, ist ebenso klar. Aber: Die Österreicher gehen derzeit durchschnittlich mit knapp 59 Jahren (sechs Jahre zu früh), die Österreicherinnen mit 57 Jahren (drei Jahre früher) in Pension. Oft nicht freiwillig, die Wirtschaft und der öffentliche Sektor schicken ältere, teurere Arbeitnehmer/innen in die Frühpension. Das tatsächliche auf das reguläre Pensionsalter anzuheben, wäre also die erste Herausforderung für die Politik und würde viel Geld einsparen. Das hieße aber auch massive Widerstände überwinden. Viel einfacher ist es, die Frauen später in Pension gehen zu lassen. Das bringt finanziell auch was, und die Gegenwehr ist überschaubar.