Von Italiens Ministerpräsident Monti erwartet man, dass er Ordnung in das Finanzwesen seines Landes bringt. Von den Leuten, die die Bildschirme beherrschen, erwartet man Unterhaltung, von den Autoritäten der Straße, dass sie für Sicherheit sorgen, von Medizinern, dass sie uns gesund erhalten. Es gibt auch Spezialisten für Trost – immer mehr angefragt in Zeiten von Depressionen und Burnout. Die Christen befinden sich im Advent – einer „Erwartungszeit“. Der dritte Adventsonntag steht unter einem erstaunlichen Akzent: Der kommen soll, wird Freude bringen. Nicht Ordnung, nicht Sicherheit, auch nicht Gesundheit soll man in erster Linie erwarten – Freude ist es. Doch die Freude hat es nicht leicht. Dem Christentum hat man so sehr das schwere Gewicht des Ernstes zugeschrieben, dass die Freude unter die Räder kommt. Selbst die kleinste Freude ist nicht einfach machbar. Sie kommt, stellt sich ein. Sie lebt auf, wenn es einen starken Grund gibt. Freude ist eine zentrale Botschaft des Christenglaubens, und sie ist auch die Wirkung dieser Botschaft. Wo keine Freude mehr da ist – solche, die auch in tiefster Trauer nicht erstickt – dort ist kein Glaube.