Kopf der Woche: Ellen Johnson Sirleaf, Präsidentin Liberias
Ausgabe: 49/2011, Reformerin, Sirleaf, Liberia, Frauen, Frauenrechte, Feiheit, Staatspräsidentin, Afrika
23.12.2011
Mit dem Friedensnobelpreis werden am 10. Dezember drei Frauen ausgezeichnet, die sich für Frauenrechte, für Freiheit und Demokratie einsetzen. Eine davon ist Liberias Staatspräsidentin Ellen Johnson Sirleaf.
Sie schaffte es in Afrika als erste Frau an die Spitze eines Landes. 2006 wurde Ellen Johnson Sirleaf zur Präsidentin Liberias gewählt – nach Jahrzehnten der Korruption, der Diktatur, der Misswirtschaft und der Gewalt durch einen 14 Jahre dauernden Bürgerkrieg, der 2003 endete. Stets hat sich die Reformerin Liberias ohne Gewalt für Frauenrechte, für Sicherheit, Freiheit und Frieden der Bevölkerung in ihrem Land eingesetzt.
Selbstbewusst. Aufgewachsen ist die Afrikanerin in Monrovia, der Hauptstadt Liberias. Ihre Eltern gehörten dem Mittelstand an. Der Vater war Sprecher des Repräsentantenhauses, die Mutter Englischlehrerin. Durch einen Schlaganfall des Vaters änderte sich die Situation der Familie drastisch, Geld wurde immer knapper. Nach ihrem High-school-Abschluss 1956 heiratete sie mit erst 17 Jahren James Sirleaf und bekam im Laufe der Jahre vier Kinder. Doch die Ehe ging in die Brüche. Ellen Johnson Sirleaf, Mitglied der evangelisch-methodistischen Kirche, arbeitete hart an ihrer Karriere. Sie gilt als fleißig, mutig, selbstbewusst und loyal. Nach den Studien des Rechnungswesens, der Wirtschaftswissenschaften und der Öffentlichen Verwaltung in den USA war sie nach ihrer Rückkehr nach Liberia unter anderem als Finanzministerin und Präsidentin der liberianischen Entwicklungsbank tätig. Wegen ihrer Kritik an den Mächtigen Liberias kam die heute 73-Jährige immer wieder in Haft oder wurde unter Hausarrest gestellt.