Das ist „ein Wunsch ans Christkind“, sagt der Volksmund, wenn jemand ein Anliegen äußert, das dem/der anderen als unerfüllbar – zumindest jetzt – erscheint. Die Frauen in der Kirche sind daran gewöhnt, dass ihr Anliegen nach einer gelebten Gleichberechtigung, das sogar von einer großen Mehrheit der traditionellen Frauen eingefordert wird, als „Wunsch ans Christkind“ abgetan wird. Und dennoch haben sie nicht aufgehört, in und für diese Kirche zu arbeiten. Das allein ist schon ein kleines „Weihnachtswunder“. Und die Hoffnung lebt, dass noch größere „Wunder“ geschehen. „Denn bei Gott ist nichts unmöglich“, hören wir am Marienfeiertag als Frohbotschaft.
Hans Baumgartner
Adventkalender
Erinnern Sie sich an die Adventkalender Ihrer Kindheit? – An die Suche nach dem aktuellen Türchen, voller Neugier auf das bevorstehende Geschenk eines Bildes und gespannt, was sich dahinter verbergen werde. Die Bilder brachten Geschichten im Kopf in Gang. Ganz anders sind manche Adventkalender, mit denen Menschen heute beschenkt werden. Adventkalender, die zu Werbeträgern verwendet werden. Es sind keine christlichen Zählhilfen bis Weihnachten, sondern geschäftliche Zählwerkzeuge, die Geld oder Sympathie für X und Y bringen sollen. Da winken Gutscheine und Rabatte verschiedenster Geschäfte und Produkte. Dort lacht das Christkind am 24. Dezember aus der offenen Tür eines Landmaschinenherstellers. Da sind am Heiligen Abend zwei Parteigranden hinter dem Türchen, kein Stall, kein Jesuskind. – Das ist Brauchtum, Gebrauchtem!
Ernst Gansinger