Etwa 30 Mails erhält ein Durchschnitts-Mensch pro Tag. Ein Dutzend dieser Mails ist dienstlich, der Rest privat. Kaum zehn der Mails werden gelesen.
Es müssen meine 20 Mails sein, die pro Tag ungelesen im Papierkorb landen oder irgendwo im Mail-Berg ungelesen ständig weiter nach unten wandern, um einmal von der wachsenden Last des Mailbergs erdrückt zu werden. Es muss so sein, sonst müsste ich auf viel mehr Mails eine Antwort bekommen. Ein paar Antworten erhalte ich schon. Aber – wie viele Mails verlassen meinen Computer beladen mit der Hoffnung, dass sie eine Retour-Mail auslösen. Und wie oft bleibt das Echo aus! In den Zeiten, in denen man noch Briefe schrieb, hatte der Brief Gewicht. Ihm widerstand kaum ein Adressat. Irgendwann löste das Gewicht eine Antwort aus. Das viele Mailen aber hat der schriftlichen Kommunikation das Gewicht genommen. Wie alles an Wert verliert, was massenhaft verfügbar ist. Und die Mail hat auch den Brief angepatzt. Selbst Briefe bleiben jetzt unbeantwortet.
So bleibt Antwort-Erwartenden die Fasten-Kur: den Mail-Müllberg verringern, nur Wichtiges oder Persönliches mailen. Oder sie halten ein Erwartungs-Fasten und schrauben die Mail-Erwartungen herab.