Es wäre ein Wunder, wenn Österreich da nicht mit von der Partie wäre: bei der Drohung, die Schengen-Reisefreiheit einzuschränken und neue Grenzkontrollen einzuführen. Mehrere europäische Länder unter der Führung Frankreichs – Präsident Sarkozy führt Wahlkampf – wollen dem wachsenden Flüchtlingsstrom aus Griechenland und Italien einen Riegel vorschieben. Doch ein paar Grenzkontrollen mehr werden verzweifelte Frauen, Männer und Jugendliche nicht aufhalten. Sie und ihre Schlepper werden dann eben andere Löcher finden. Was es bräuchte, wäre endlich eine solidarische europäische Asyl- und Entwicklungspolitik. Doch damit gewinnt man keine Wahl.
Hans Baumgartner
Fukushima – ein Jahr danach
Am 11. März um 14:46 Uhr wurde es in Japan still. Im Gedenken an die 16.000 Opfer der Tsunamikatastrophe vor einem Jahr wurde eine Schweigeminute abgehalten. Die Flutwelle hatte damals auch beträchtliche Schäden am Atomkraftwerk Fukushima verursacht. Laut Experten wird die radioaktive Strahlung die Menschen vor Ort noch lange beeinträchtigen. Aus der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986, wo nach mehr als 25 Jahren der Boden noch immer verstrahlt ist, hat man nichts gelernt. Schon längst hätte es einen Ausstieg aus der Nutzung der Atomenergie geben müssen. Am Jahrestag von Fukushima gingen weltweit Zehntausende Menschen auf die Straße, um gegen Atomkraft zu demonstrieren. Es wird Zeit, dass ihr Anliegen endlich Gehör findet, um Reaktorkatastrophen in Zukunft zu vermeiden.