Den Blick auf das Mögliche zu richten statt sich in Ausweglosigkeiten zu verbeißen, wäre auch für die Kirche eine gute Empfehlung. Ein Leitartikel von Matthäus Fellinger
Ausgabe: 2012/12, Leitartikel, Obama, Wahlkampf, Politik, Pfarren,
21.03.2012
- Matthäus Fellinger
„Yes, we can!“ Obama hat vor vier Jahren seinen Wahlkampf mit dieser Parole beschrieben. „Angst ist nicht so mein Lebensthema gewesen“, sagt nun Deutschlands neuer Präsident Joachim Gauck – und geht davon aus, dass die großen Herausforderungen an die Politik auch zu lösen wären. Den Blick auf das Mögliche zu richten statt sich in Ausweglosigkeiten zu verbeißen, wäre auch für die Kirche eine gute Empfehlung. Die eben neu gewählten Pfarrgemeinderäte werden viel an Phantasie brauchen, wie sie in gegebenen kirchlichen Rahmenbedingungen ihre Pfarren als einen guten Lebensort gestalten können. Am Ende ihrer fünfjährigen Amtsperiode wird es – zum Beispiel – deutlich weniger Priester geben als jetzt. Noch klarer wird dann sein, dass Kirche von dem lebt, was ihre Mitglieder selbst einbringen. An ihnen wird es liegen, ob die damit verbundenen Veränderungen eine Geschichte des Niedergangs oder des Aufbruchs sein werden. Die Pfarrgemeinderäte werden Zeitzeugen einer wichtigen Veränderungsepoche der Kirche sein. Wenn sie es nicht in einer passiven Haltung des Beklagens tun, sondern in einer gelassenen Haltung mit dem Blick auf das Mögliche, kann es eine gute Zeit werden.