Am vergangenen Freitag wählte die Katholische Frauenbewegung Österreichs die 46-jährige Tirolerin Barbara Haas zur neuen Vorsitzenden. Sie folgt Margit Hauft nach.
Ausgabe: 2012/13, KFB, katholische Frauenbewegung, Vorsitzende, Frauen in der Kirche
28.03.2012
- Hans Baumgartner
Sie habe sich das gut überlegt, bevor sie Ja zu ihrer Kandidatur gesagt habe, meint Barbara Haas. Dabei ging es nicht nur um die langen Wege von Lans bei Innsbruck bis Wien. „Das ist das geringere Problem“, sagt Haas, „denn wenn ich zu einem Vortrag nach Osttirol fahre, brauche ich auch so lange. Da ist es wohl um einiges schwieriger, mit kirchlichen Entscheidungsträgern einen offenen Dialog über Frauenfragen zu führen.“ Darum aber will sie sich bemühen, betont Haas. „Denn, auch wenn wir als Frauen manchmal das Gefühl haben, wir gehen ständig im Kreis – es gibt keine Alternative zum Dialog.“ Das Gespräch will Haas auch mit jungen Frauen suchen, denn „ich möchte, dass sie sich bei uns zuhause und vertreten fühlen und nicht aus der Kirche auswandern, sondern sie verwandeln“.
Stationen. Barbara Haas kommt aus einem bäuerlichen Nebenerwerbsbetrieb. Nach der Matura machte sie eine Ausbildung zur landwirtschaftlichen Lehrerin und arbeitete in diesem Beruf. Nach der Karenzzeit zum dritten Kind suchte sie eine berufliche Neuorientierung. „Dabei ging es einerseits darum, wie ich mich als Frau weiterentwickeln kann. Aber“, so Haas, „es stand für mich auch die Frage an, wie ich mich in die Kirche einbringen will.“ Es folgten Ausbildungen zur Ritual- begleiterin und Familienkommunikatorin (EPL). Und schließlich entschloss sie sich, mit 42 Jahren, Religionspädagogik an der Uni Innsbruck zu studieren. Seither steht sie in der Berufsschule „ihre Frau“. Zur Frauenbewegung stieß sie als Referentin; dann wurde sie Familienfasttag-Organisatorin und Vorstandsmitglied von kfb und KA. (s. Thema)