Die Knollen der Gladiolen und Dahlien werden jetzt erst in die Erde gelegt. Viel später – im Sommer und im Herbst – werden sie blühen. Die Natur kennt ganz verschiedene Rhythmen. Das Leben der Menschen auch. Die Welt der Kinder ist zugleich die Welt der Alten. Die Zeit des Erfolges der einen ist die Zeit der Bitterkeit für andere, der Jubeltag der einen ist für andere ein Trauertag. Gerade die Vielfalt macht auch die Lebenskraft aus. Wäre alles in den Naturvorgängen gleichgeschaltet, so würde auch alles in einem gigantischen Verblühen enden. Auch Menschen tut Gleichschaltung nicht gut. Da gilt es den Blick auf die anderen zu wahren: in der Zeit des Erfolgs für nicht Erfolgreiche, in der Zeit der vollen Lebenskraft für Kranke, auf Hilfe Angewiesene. Manchmal gilt es, einen Verzagten ein Stück mitzunehmen. Dann wieder ist man selber froh, wenn man mitgetragen wird. Die Karwoche macht diese Spannung sehr deutlich. Die „Erfolgsgeschichte“ und die Leidensgeschichte Jesu sind voneinander nicht zu trennen. Erfolge und Leiden der Gläubigen auch nicht.