Nach allem, was in den letzten Jahren über Sinéad O’Connor zu hören war, gleicht jede neue Albumveröffentlichung der Irin einem kleinen Wunder. Und jetzt ist sie zurück – und wie sie zurück ist! Mit ihrem neuen Werk „How About I Be Me (And You Be You)?” besinnt sich die Sängerin ihrer musikalischen Anfänge und schließt vor allem an „The Lion And The Cobra” nahtlos an. Ist der Opener „4th And Vine” als kleines Hohelied auf die Ehe noch etwas gewöhnungsbedürftig, so trifft die traurige Ballade „Reason Mith Me” mitten ins Herz. Mit „Old Lady” ist sie endgültig in ihrem Element angekommen: sanfte Töne, die sich immer weiter steigern, ehe eine fräsende E-Gitarre den Song als Monument einzementiert. Eindringlich, wütend und gefüllt mit religiösen Verweisen dann „Take Off Your Shoes”: „Seven times I bleed the blood of Jesus over you / Take off your shoes – you’re on hallowed ground”. Der große Wurf gelingt O’Connor schließlich mit dem Song „The Wolf Is Getting Married”. Auch Schmachtfetzen („Back Were You Belong” und „Very Far From Home”) finden ihren berechtigten Platz. Mit den zehn neuen Songs über Liebe und Verlust, Schmerz und Erlösung wird klar, was wir versäumt hätten, hätte Sinéad O’Connor eine ihrer Ankündigungen, aus dem Musikbusiness endgültig aussteigen zu wollen, wahr gemacht. Klaus Rauscher. Sinéad O’Connor - How About I Be Me (And You Be You)? (erschienen bei One Little Indian Records).