In der ORF-Pressestunde am Palmsonntag wurden im Gespräch mit Kardinal Schönborn viele spannende und existentielle Probleme angesprochen. Doch selbst in den ORF-Nachrichten blieb davon nur die Meldung übrig, dass man die Wahl des jungen Pfarrgemeinderates von Stützenhofen, der in einer eingetragenen Partnerschaft mit einem Mann lebt, anerkannt hat. Mindestens ebenso eine Nachricht wert gewesen wäre, was Kardinal Schönborn zur Korruption, zum „hemmungslosen Kapitalismus“, zum „Schandfleck“ der Schubhaft oder zur Gefahr der „billigen Polit-Slogans“ zu sagen hatte. Wer da wohl auf einem Auge blind ist?! Hans Baumgartner
Die „Lady“ als Hoffnungsträgerin
1990 hat sie mit ihrer NLD-Partei die Wahlen in Myanmar gewonnen; doch die Friedensnobelpreisträgerin und Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi wurde von den Machthabern des Militärs bis zu ihrer Freilassung Ende 2010 für insgesamt 15 Jahre unter Hausarrest gestellt. Nun war der Jubel überwältigend, als sie am vergangenen Sonntag bei den Nachwahlen zum Parlament in Myanmar in ihrem Kreis mit 82 Prozent der Stimmen gewonnen hat. Die „Lady“, wie sie von ihren Anhängern genannt wird, hat sich stets für eine gewaltlose Demokratisierung in Myanmar eingesetzt. Die Hoffnungen und Erwartungen an Suu Kyi sind enorm. Doch sie sei „keine Zauberin“, hat sie unlängst gesagt. Auch wenn im Land ein langsamer Wandel spürbar ist, mit Euphorie muss man vorsichtig sein. Myanmar ist noch lange nicht frei und demokratisch. Susanne Huber