Es war kein Wandertag, sondern ein Pilgertag. 500 Schüler/innen des Petrinums „pilgerten“ auf drei verschiedenen Wegen am 27. März nach St. Georgen an der Gusen. In ihrer Ostervorbereitung hielten sie ein Gedenken an „Papa Gruber“.
Ausgabe: 2012/14, Bildung, Wandertag, Pilger, St. Georgen,
04.04.2012
Der „Engel von Gusen“ Dr. Johann Gruber war Schüler des Petrinums gewesen. 1910 hat er hier maturiert. „Je intensiver ich mich mit ihm beschäftige, umso mehr fasziniert er mich“, bekennt der Direktor des Petrinums Franz Asanger. Er meint nicht nur den Mut, mit dem er den Mithäftlinger half, sondern auch seine Leistungen als Pädagoge. Bildung, sagt Asanger, war für ihn ein „Lebensmittel“. Beim schlichten Memorial in Gusen hielten die Schüler/innen mit Schulseelsorger Martin Schrems ein berührendes Gedenken. „Die Anstrengung des Tages hat unsere Sinne für anderes geöffnet“, meinte eine Schülerin der 8. Klasse. Martin Schrems erlebte es ebenso: „Der Weg von Linz nach Gusen war fast wie ein normaler Wandertag. Bei der Ankunft beim ehemaligen Konzentrationslager Gusen schlug die Stimmung aber blitzartig um. Die Millionen Toten des Faschismus haben uns zur Wachsamkeit aufgerufen“, erzählte er.
Gruber-Suppe. Das Bundesheer hat die Schüler/innen auf dem Weg mit einer Suppe gestärkt – in Anlehnung an die „Gruber-Suppe“, mit der Johann Gruber damals die Gefangenen immer wieder versorgt hat. Im Religionsunterricht haben Schüler/innen schon vorher Briefe an „Papa Gruber“ geschrieben. „Ich finde es toll, dass Sie Ihren entschlossenen Widerstand gegen das NS- Regime selbst im KZ nicht aufgegeben haben“, heißt es in einem der Briefe.