Der Saal war zu klein. An die 300 Interessierte sind am 29. März 2012 zum „Streitforum“ in den Ursulinenhof gekommen (siehe Seite 4), um Pfarrer Helmut Schüller und Dechant Johann Gmeiner aus Grieskirchen zu hören. Wenn ihre Debatte auch unter das sachlich und betont nüchtern klingende Thema „Aufstand der Hirten. Gehorsam zwischen Gewissen und Autorität“ gestellt wurde, war doch klar, worum es auch – oder vor allem ging: um die Forderungen der Pfarrerinitiative. Jetzt gibt es aber nicht wenige Zeitgenoss/innen, die dieser Diskussion überdrüssig sind. Die einen, weil keine der Forderungen wie zum Beispiel ein neuer Umgang mit geschiedenen Wiederverheirateten umgesetzt wurde, die anderen, weil sie sie in der derzeitigen Praxis die endgültige Antwort des Lehramtes der Kirche sehen. Da ist dann von kaltem Kaffee die Rede oder vom Schnee von gestern. Oder, um an Franz Vranizky zu erinnern, der einmal meinte: Das ist „Kaffee von gestern“. Mit diesen sprachlichen Bildern lässt sich natürlich jede Diskussion vom Tisch wischen und ist rasch beendet. Doch vor Kurzem hat der Theologe und Autor Josef Dirnbeck einen Slogan verwendet, den man nicht so einfach abtun kann: Heiße Eisen rosten nicht.