Vor kurzem hat der Katholische Laienrat Österreichs Theo Quendler (74) zum neuen Präsidenten gewählt. Er vertritt eine Kirche der Menschennähe und des Dialogs.
Ausgabe: 2012/15, Jugendtage, Quendler, Laienrat, Strobl, Politiker
Da sein Vater gelähmt war, hat Theo Quendler als Jugendlicher so lange auf dem elterlichen Hof in Kärnten gearbeitet, bis sein Bruder die Ausbildung abgeschlossen hatte. Erst dann machte er die Matura und studierte in Wien Landwirtschaft. Dort engagierte er sich in der von Prälat Karl Strobl aufgebauten Hochschuljugend. „Da waren eine Dynamik und eine Aufbruchsstimmung in der Kirche, die mich stark geprägt haben“, erinnert sich Quendler. Er war Vorsitzender der Hochschuljugend und der Katholischen Jugend Österreichs und später über viele Jahre im Katholischen Akademikerverband engagiert. Lebendig erinnert er sich an spannende Gesprächsrunden, in denen sich junge Politiker (Sixtus Lanner), Wissenschafter (Franz Fischler) und engagierte Laien (u. a. Edi Ploier) zum Gedankenaustausch trafen. „Gesellschaftliche Verantwortung wahrzunehmen war uns ein Anliegen.“
Hoffnung. Über 30 Jahre hat Quendler am Österreichischen Institut für Raumplanung im Bereich ländliche Entwicklung gearbeitet. Dort hat er gelernt, wie mühselig es ist, zukunftsträchtige Konzepte auch umzusetzen. „Oft genug“, so sagt er, „sind wir gescheitert.“ Deshalb lasse er sich auch in der Kirche nicht so schnell entmutigen. Da halte er es lieber mit Papst Johannes XXIII., der mit Gottvertrauen und Hoffnung den Unglückspropheten entgegengetreten sei. Sein Anliegen ist eine Kirche, die nicht von oben herab über die Menschen drüberfahre, sondern immer neu das Gespräch suche.