Wenn die eigene Tochter, eineinhalb Jahre, mit treuherzigem Blick sagt: „Papa, Okilade“, man nach zwei Jas beim dritten Mal Nein zu noch mehr Schoki sagt und daraufhin bitterste Tränen und/oder ein minutenlanger Wutanfall kommt, dann weiß man: Auch die Kleine hat ihren eigenen Willen längst entdeckt. Wie schön. Trotzphase I nennt man das. Die Fortsetzung erleben wir gerade beim Sohn. Zwischen den beiden Sturköpfen gibt es genug Konfliktpunkte, die schon in der Früh bei der Auswahl des Lieblingskinderprogramms anfangen. Am Spielplatz ist alles anders. Wenn es Streit gibt, eher mit anderen Kindern. Was letzte Woche dazu geführt hat, dass ein anderer Bub, eigentlich ganz süß, meinem Sohn etwas unlieb an die Gurgel gegriffen hat. Ich bin dann doch eingeschritten, weil irgendwer muss das ja tun. Es gibt ja immer wieder Eltern, die glauben, die Kleinen sollen das unter sich ausmachen. Ist angeblich besser für die Entwicklung, sagen die. Ob der Papa des kleinen Buben viel auf das Recht des Stärkeren hält oder gar für die pure Anarchie ist, weiß ich nicht. Vor allem war er gerade intensiv mit Tratschen beschäftigt. Was mich zu der Vermutung führt, dass die Eltern, die sich nie in irgendwas einmischen, die bequemeren sind.