Die syrischen Christen – aus manchen Orten vertrieben, an anderen noch unbehelligt – sind überall in Angst. Sie wissen nicht, auf welcher Seite sie stehen sollen, müssen oder überhaupt können. Sicher ist, dass wir ihnen helfen müssen, solange es überhaupt noch möglich ist.
In den kaum zweiminütigen Fernsehbeiträgen über die Situation in Syrien ist alles klar: Da gibt es die unvorstellbar grausame Armee des regierenden Präsidenten Assad, die gegen die Aufständischen in der Stadt Homs kämpft und dort ganze Stadtviertel verwüstet. Das stimmt. Aber sieht man genauer hin, merkt man, dass die Aufständischen in Homs nur eine Widerstandsgruppe unter mehreren bewaffneten Oppositionsbewegungen sind, die wenig gemeinsam haben – schon gar nicht mit den rund 300 örtlichen Initiativen, die friedlich gegen das Regime protestieren. Von einer solchen spontan entstandenen Protestgruppe im Süden des Landes nahm die „arabische Rebellion“ in Syrien ihren Ausgang. Der Funke sprang über, weil die Armee unter Unbewaffneten Massaker anrichtete. Je genauer man hinschaut und sich informiert, desto komplexer stellt sich die Lage dar und irgendwo mittendrin steckt die Minderheit der syrischen Christen – aus manchen Orten vertrieben, an anderen noch unbehelligt – aber überall in Angst. Sie wissen nicht, auf welcher Seite sie stehen sollen, müssen oder überhaupt können. Das sichere Wissen um die Not soll uns wachhalten, damit wir den Zeitpunkt nicht versäumen, an dem Hilfe möglich ist.