Das „Konzil“ sei ihm in den vergangenen Jahren wieder neu ans Herz gewachsen, sagt der Grazer Dogmatiker und „Sonntagspfarrer“ Bernhard Körner. In der Kirchenzeitung stellt er zum 50-Jahr-Jubiläum die wichtigsten Dokumente des Konzils vor.
Als Ministrant hat er noch die lateinischen Gebete gelernt. Als das II. Vatikanische Konzil begann, war Bernhard Körner 13 Jahre alt. „Meine erste Erinnerung daran ist, dass uns der Kaplan nach der Abendmesse wiederholt auf sein Zimmer mitgenommen hat, wo wir die legendären Konzilsberichte von Mario von Galli gehört haben. Wir haben damals zwar nicht viel mitbekommen, aber wir haben die Begeisterung unseres Kaplans gespürt“, erinnert sich Körner. Bei der Mittelschuljugend in Graz habe er dann die ersten Gottesdienste erlebt, „wo wir alle um den Volksaltar gestanden sind. Insgesamt“, so Körner, „war damals eine Aufbruchsstimmung, dass man gerne katholisch war.“ Das habe zumindest im Hintergrund sicherlich eine Rolle gespielt, dass er Priester wurde.
Wegmarken. Geboren wurde Körner 1949 in Klagenfurt. In Graz und Tübingen studierte er Theologie und wirkte nach seiner Priesterweihe 1976 in Graz als Kaplan und Hochschulseelsorger. Bischof Weber, der vorher immer gesagt habe, er brauche jeden Geistlichen in der Seelsorge, habe dann ihn und einen Freund für die wissenschaftliche Arbeit „abgestellt“. Seit 1992 ist Körner Professor für Dogmatik an der Universität Graz, aber – soweit das möglich ist – auch immer noch in der Seelsorge tätig, als Exerzitienleiter, geistlicher Begleiter und „Sonntagspfarrer“ in Graz und Übelbach. Sein neues Buch über „Gute Gründe für ein Leben in der Kirche“ hat er als Ermutigung für alle, die in der Kirche arbeiten, aber auch als eigene Selbstvergewisserung geschrieben. (Siehe auch S. 14f).