In den vergangenen Tagen haben die kritischen Stellungnahmen von Bischöfen (Schönborn, Küng, Kapellari) gegenüber der Pfarrerinitiative wieder zugenommen. Auch von möglichen Sanktionen ist wieder die Rede. Ob man damit etwas ausrichtet oder nicht, eher Öl ins Feuer einer ohnedies schon ziemlich blockierten „Reformdiskussion“ gießt, ist abzuwarten. Schon bisherige Maßnahmen zur „Ruhigstellung“ wie Interventionen bei Dechantenwahlen oder Auftrittsverbote haben zwar manchen Ärger und Frust ausgelöst, aber wenig Wirkung gezeigt. Das wird wohl auch an den Themen liegen, die von der Pfarrerinitiative angesprochen werden. Viele von ihnen werden seit 50 Jahren – auch von großen Synoden und Diözesanforen – immer wieder vorgebracht. In diesem Sinne bewegt hat sich freilich kaum etwas.
Mit den erzkonservativen schismatischen Piusbrüdern wurde eineinhalb Jahre lang auf höchster Kirchenebene über eine mögliche Rückkehr intensiv verhandelt – begleitet von entgegenkommenden Gesten wie der Rücknahme der Exkommunikation der Lefebvre-Bischöfe oder der Ausweitung des Gebrauchs des „alten Messritus“. Über die verschiedenen Reformanliegen, die längst kein „Minderheitenprogramm“ mehr sind, blieb dieser Dialog – bisher– weitgehend verwehrt. Papst Paul VI. schrieb einmal, dass Kommunikation ein wichtiges Instrument der Einheit sei. Er meinte damit kaum, dass man sich gegenseitig medial oder per Instruktionen etwas ausrichtet, sondern dass man sich miteinander an einen Tisch setzt. Das Konzil hat das versucht, ebenso der Dialog für Österreich. Und beide Male zeigte sich: Es geht!