„Passive Me Aggressive You“ ist das Debüt-Album der neuseeländischen Band „The Naked And Famous“. Zu Recht haben sie damit so ziemlich jeden Preis abgeräumt, den es zu holen gab. Ein Tipp von Klaus Rauscher.
Ausgabe: 2012/22, CD, Rosaroter Synthie-Sound, Rauscher, Musik
30.05.2012
- Klaus Rauscher
Es ist ein bisschen peinlich, zugeben zu müssen, das Erscheinen des Debüts von „The Naked And Famous“ im Frühjahr des letzten Jahres völlig verpasst zu haben. Denn was die neuseeländische Band hier auf die Beine stellt, ist schlicht umwerfend, grandios – sie haben ein kleines Monument errichtet, eine „Wall of Sound“. Mit dem Album „Passive Me Aggressive You“ haben „The Naked And Famous“ zu Hause so ziemlich jeden Preis abgeräumt, den es zu holen gab, und FM4 kürte die Single „Young Blood“ zum Song des Jahres 2011 (jaja, und ich hab’s verschlafen). Wenn wir also diesem kleinen Wunderding lauschen, dann tauchen wir ein in einen Kosmos herrlicher Reminiszenzen: Der Bogen spannt sich vom druckvollen Electro-Sound von MGMT („Punching In A Dream“ und „Young Blood“) über die Stars („Eyes“) bis hin zu Radioheads „Kid A“ („The Sun“). Und wenn die Gitarren in „No Way“ losbrechen, wird sogar die eine oder andere Erinnerung an Trent Reznors „Nine Inch Nails“ wachgerufen. Ein wahrlich krönender Abschluss gelingt mit „Girls Like You“, einer Discopop-Nummer, die Pulps „Common People“ wieder auferstehen lässt: „Don’t you know people write songs about girls like you.“ „The Naked And Famous“ legen eine Leichtigkeit und juvenile Verspieltheit an den Tag, es ist eine schiere Freude, diesen Songs zuzuhören. Und immer wieder schweben über den Stücken die rosarotesten Synthie-Sound-Wolken, die die 80er Jahre hervorgebracht haben. „Passive Me Aggressive You“ hat eine Wucht, dass es einen einfach aus den Socken haut … und ich bin wieder so was von wachgerüttelt.
- The Naked And Famous – Passive Me Aggressive You (erschienen bei Fiction)