Maturantinnen kümmern sich um Integration von behinderten Menschen
Doris Atzmüller und Katrin Eckerstorfer organisierten in Haslach einen Ball der Begegnung, der Menschen mit Beeinträchtigung in den Mittelpunkt stellte. Dafür wurden die Maturantinnen mit dem Solidaritätspreis der KirchenZeitung ausgezeichnet.
Ausgabe: 2012/23, Atzmüller, Eckertorfer, Solidaritätspreis, Ball der Begegnung
06.06.2012
- Paul Stütz
„Schafft ihr das eh wirklich?“ – Als Doris Atzmüller (19) und Katrin Eckerstorfer (19) ihr Maturaprojekt an der HBLA Rohrbach das erste Mal vorstellten, bekamen sie das zuerst zu hören. Immerhin hatten sich die beiden Schülerinnen ein äußerst ehrgeiziges Ziel gesteckt. Einen Ball der Begegnung gemeinsam mit Menschen mit Beeinträchtigung zu organisieren, der mit 600 Besucher/innen zu einer der größten Veranstaltungen in der Region werden sollte. Rasch konnten sie jedoch sämtliche Zweifel beseitigen. Immerhin waren die beiden von Anfang an dem Sinn ihres Integrationsprojektes sehr überzeugt. Durchgeführt wurde die Veranstaltung in Kooperation mit der ARCUS-Werkstatt Oase in Haslach. Katrins Mutter ist dort eine der Mitarbeiter/innen, die sich um Menschen mit Beeinträchtigung kümmern. „Ich bin mit diesem Thema groß geworden“, erzählt Katrin Eckerstorfer. Bereits die Vorbereitung stand im Zeichen der Integration. So bastelten die Schüler/innen der HBLA Rohrbach gemeinsam mit den Oase-Klient/innen an der Balldekoration. „Das hat uns sehr viel Spaß gemacht und uns näher zusammengebracht“, erzählen die Maturantinnen.
Richtig elegant. Bei dem Ball der Begegnung, der im Jänner 2012 über die Bühne ging, standen Menschen mit Beeinträchtigung wertschätzend im Mittelpunkt. Bei der ganzen Veranstaltung sei eine besondere Atmosphäre spürbar gewesen, meint Katrin Eckerstorfer: „Es wurde sehr viel getanzt. Viele der behinderten Menschen genossen es, zum ersten Mal in ihrem Leben in eleganter Abendkleidung auf einen Ball zu gehen.“ „Die Leute haben so gesehen, dass auch Menschen mit Beeinträchtigung einiges draufhaben“, ergänzt Doris Atzmüller. Gleich zu Beginn tanzten sie mit einer Polonaise auf. Ballköniginnen wurden zwei junge Frauen mit Beeinträchtigung und auch bei der Mitternachtseinlage drehte sich alles um die Klient/innen der Oase.
7.000 Euro. Mit dem Ball der Begegnung konnte ein Erlös von rund 7.000 Euro erzielt werden. Damit werden etwa ein Konzertbesuch für die Klientinnen und Klienten und ein integratives Sommerfest in der Oase finanziert. „Wir haben beim Projekt viel fürs Leben gelernt. Diese Erfahrungen kann uns keiner mehr nehmen“, betonen Doris Atzmüller und Katrin Eckerstorfer.