Das Institut für Jugendkulturforschung untersucht jedes Jahr die aktuellen Lebensumstände und die Werthaltungen von Österreichs Jugend. Die jüngste Studie, für die man 1500 junge Menschen im Alter von 14 bis 29 Jahren befragte, wurde vergangene Woche in Wien präsentiert.
Ausgabe: Institut für Jugendkulturforschung, Lebensumstände, Werthaltungen, Jugend, Studie, junge Menschen, 14 bis 29 Jahre, politische Orientierung, links, Gerechtigkeit, Zweifel, Familie, Freunde, konservativ
Zu den für den Studienautor Philip Ikrath eher überraschenden Ergebnissen zählt, dass sich die überwiegende Mehrheit (60 Prozent) links der politischen Mitte sieht. Abweichend von Untersuchungen in jüngerer Vergangenheit zu den großen Erfolgen der FPÖ, die die Jungen tendenziell eher rechts einstuften. Die Studie zeigt gleichzeitig klar auf, dass Jugendliche wenig Vertrauen in die Politik haben. „Veränderung, ja bitte – aber halt mich da raus“, fasst das Studienautor Ikrath zusammen. Fast jeder Zweite stimmt der Aussage zu: „Wir Jungen müssen für uns selbst sorgen, uns hilft heute keiner mehr.“ Junge Menschen haben zudem große Zweifel an der Gerechtigkeit in der Gesellschaft. Solidarität ist für sie selbst dabei ein wichtiger Wert. Ikrath: „Typisch ist für die Jugendlichen, dass sie vor allem deshalb helfen, damit sie selbst einmal Unterstützung bekommen, wenn sie es brauchen.“ Hoch im Kurs steht die Familie als wichtigster Lebensbereich. Das sei nicht gleichbedeutend mit konservativem Denken. Vielmehr komme hier eine Sehnsucht der jungen Menschen zum Ausdruck: nach etwas, wofür sie in ihrem Leben zu wenig Zeit haben.