Rio 1992: Beim ersten Gipfel für Klima, Nachhaltigkeit und Entwicklung hatte man noch gehofft, dass Appelle, Vernunft und die Einsicht, dass wir alle in dem einen Boot Erde sitzen, etwas bewirken. Seither haben die Klimabelastung, der Raubbau an Böden und Ressourcen, die Armut und der Hunger in der Welt zugenommen. Jetzt tagen sie wieder, Tausende auf dem offiziellen und noch mehr auf dem inoffiziellen „Rio+20“- Gipfel. Und die Rufe der einen nach verbindlichen Regeln für Klima, Finanzwelt und Nahrungssicherheit werden in den klimatisierten Sälen der Mächtigen wieder nicht gehört. Nur – diese Rituale können wir uns längst nicht mehr leisten.
Hans Baumgartner
Trauriger Rekord an Flüchtlingen
4,3 Millionen Menschen sind laut Jahresbericht des Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) 2011 neu aus ihrer Heimat vertrieben worden. Das ist seit dem Jahr 2000 eine traurige Rekordzahl. Insgesamt waren 2011 welt-weit 42,5 Millionen Menschen auf der Flucht – durch Kriege, ethnische Säuberungen, Klimawandel, Krisen und Hungersnöte. Die meisten Flüchtlinge kommen aus Afghanistan (2,7 Millionen), aus dem Irak (1,4 Millionen) und aus Somalia (1,1 Millionen).Wie dramatisch, angstbesetzt und aussichtslos die Situation für diese Menschen sein muss, wenn sie ihr Hab und Gut aufgeben, wenn sie ihr Zuhause, Freunde und Verwandte zurücklassen, das können wir uns hier in Österreich kaum vorstellen. Trotzdem werden Vorurteile gegenüber Flüchtlingen kräftig „gepflegt“. Doch ohne Grund verlässt niemand seine Heimat.