Der „Standard“ bat die Österreicher/innen via Umfrage zur Zeugnisvergabe für die Politiker. Die Überraschung: ausgerechnet der Jüngste in der Regierungsriege, Staatssekretär Sebastian Kurz, bekam die beste Bewertung. Zunächst lässt aufhorchen, dass jemand akkurat auf dem mit viel Polemik und Minen übersäten Feld der Integration mit solider und engagierter Politik punkten kann. In den wenigen Monaten seiner Amtszeit hat sich Kurz bemüht, sich in das schwierige Terrain der Integration von Zuwanderern und deren Kindern einzuarbeiten und dabei jene Kräfte und Projekte zu unterstützen, die an Problemlösungen interessiert sind. Dass dieser Weg von der Bevölkerung honoriert wird, ist ein Hoffnungszeichen. Es sollte jenen Mut machen, die den „Angstpredigern“ Modelle eines guten Miteinanders entgegensetzen.
Hans Baumgartner
Enttäuschende Gipfel-Ergebnisse
Ohne verbindliche Zusagen und klare Zielsetzungen ging der UN-Nachhaltigkeitsgipfel in Rio zu Ende. Von einer „Schande“ und einer „vertanen Chance“ sprachen Umweltorganisationen und kirchliche Hilfswerke. Die weltweiten Probleme wie Armut, Unterernährung, Umwelt-, Klima- und Wirtschaftskrisen sind enorm. Doch die Mächtigen der Welt haben offenbar andere Wertigkeiten. Das zeigt sich auch daran, dass viele von ihnen, wie Barack Obama oder Angela Merkel, dem „Rio+20“-Gipfel fern blieben. Ihre Interessen gelten eher dem Wirtschaftswachstum. Und das geht, wenn es nicht neu definiert wird, zu Lasten des Klimas, der Umwelt und der Armen. Susanne Huber