Magistratsbeamter mit christlich-muslimischer Mission
Das Sant‘Egidio-Assisi-Friedenstreffen findet heuer vom 9. bis 11. September in Sarajewo statt. Wolfgang Bartsch war bereits zu Pfingsten mit einer christlich-islamischen Jugendgruppe auf „Friedensmission“.
Vor 100 Jahren hat Österreich nach der Annexion von Bosnien-Herzegowina den Islam als offizielle Religionsgemeinschaft anerkannt. Das war der äußere Anstoß, warum der Wiener Magistratsbedienstete Wolfgang Bartsch mit je elf christlichen und muslimischen jungen Erwachsenen rund um Pfingsten zur „Fahrt der Begegnung“ aufbrach. „Wir wollten auch 20 Jahre nach Beginn des Bosnienkrieges, dessen Verwundungen noch immer in vielen Familien gegenwärtig sind, ein Zeichen des Miteinanders setzen“, sagt Bartsch. Auch für Sant’Egidio war der Kriegsbeginn Anlass, das Assisi-Friedenstreffen heuer in Sarajewo abzuhalten.
Begegnung. Seit acht Jahren ist Bartsch in der christlich-islamischen Begegnung engagiert. „Damals hat uns Weihbischof Helmut Krätzl im Zuge der Visitation unseres Dekanates sehr ermuntert, auf die Menschen anderer Religionen und Kulturen zuzugehen.“ In Ottakring, so Bartsch, gibt es sieben katholische Pfarren und ebensoviele muslimische Kulturvereine, Gebetsräume oder Moscheen mit sehr unterschiedlichen Traditionen. „Nach ersten, recht positiven Kontakten haben wir dann 2005 das Religionenforum Ottakring gegründet, eine Plattform, wo sich Vertreter der Pfarren und der muslimischen Einrichtungen vier Mal im Jahr treffen, gemeinsam Probleme besprechen und Veranstaltungen planen, bei denen jeweils ein christlicher und ein muslimischer Vortragender zu Wort kommen. „Denn“, so Bartsch, „wir wollen miteinander und nicht übereinander reden.“ Geistlich unterstützt wird das Bemühen um eine bessere Verständigung von inzwischen drei christlichen Gebetsgruppen.