Im September vertreiben Schülerinnen und Schüler die sommerliche Stille aus den Klassenzimmern. Eigene Räume zum Lernen sind selbstverständlich. Doch das war nicht immer so, wie ein Blick auf die Anfänge des Schulwesens zeigt.
Ausgabe: 2012/36, Denk mal, Rätsel, Schüler, Klassenzimmer, Lehrer, Schulpflicht
05.09.2012
- Christine Grüll
Um die 40 Kinder drängen sich in der Wohnstube des Lehrers. Sie knien, sitzen oder stehen in einem Raum, in dem sonst gekocht oder der Trank für das Vieh bereitet wird. Um das Jahr 1800 waren Szenen wie diese keine Ausnahme. Schulinspektoren berichteten von katastrophalen Zuständen in ländlichen Gegenden, wo noch kein eigenes Schulgebäude stand. Lehrer verdienten schlecht. Sie arbeiteten zusätzlich als Mesner, Musiker, Handwerker, Hochzeitslader oder Bauern – und mussten ihre Wohnung auch noch mit den Schüler/innen teilen ... Dabei waren die Pläne von Kaiserin Maria Theresia durchaus ambitioniert. Laut der von ihr erlassenen „Allgemeinen Schulordnung“ sollten die Kinder je nach Einwohnerzahl in zweiklassigen Elementarschulen und dreiklassigen Hauptschulen unterrichtet werden. Joseph II. führte die Reformen seiner Mutter fort. Er war überzeugt: Lernen ist „eine von Gott gebothne Pflicht“. Machen Sie mit. In welchem Jahr ordnete Maria Theresia die Schulpflicht an? Schreiben Sie uns bis 14. September. Wir verlosen ein Buch.
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Beim Denk Mal Nr. 34 haben Josef Enzenhofer aus Vorderweißenbach und Günther Katzensteiner aus Traun gewonnen. (Der Bezugspunkt für die Höhe von Berggipfeln ist Triest.)