Flugsport: Beeinträchtigte Jugendliche sprengen ihre Grenzen
40 Jugendliche mit Beeinträchtigung erfüllen sich bei einem Segelflugtag in Linz ihren Traum vom Fliegen. So wie die Jugendliche Christine Nösterer, die nach dem Segeltrip einen großen Wunsch hat.
Ausgabe: 2012/38, Segelflug, Harry Kopececk, Flugsport, No Limits
18.09.2012
- Ernst Gansinger
Das Segelflugzeug ist durch ein Seil mit der Winde weit vorne verbunden. Dann geht es ganz schnell. Das Seil zieht, rasant steigt das leichte Flugzeug auf, die Luft surrt. Bald ist das Flugzeug selbstständig, der Pilot klinkt das Seil aus. Dem Fluggast liegt die Donau zu Füßen.
Etwa 40 Fluggäste erleben – in exklusiven Flügen (die kleinen Flugzeuge können jeweils nur einen Gast an Bord nehmen) dieses besondere Gefühl des Aufstiegs, des Gleitens, der ungewöhnlichen Perspektive, der scheinbaren Schwerelosigkeit und des sanften Landens. Zum dritten Mal hat heuer die Union-Flugsportgruppe Menschen mit Beeinträchtigung zum Segel-Erlebnis eingeladen und diesen wieder mit No Limits und dem Verband der Querschnittgelähmten organisiert. Die Leonessen Wels haben die Veranstaltung finanziell unterstützt.
Die Piloten freuen sich über die besonderen Fluggäste
„Es hat mir voll getaugt“, schwärmt Sarah Obermayr: „Anfangs war ich nervös, aber die Freude mitzumachen, war viel größer.“ Aus der Vorfreude wurde eine Erlebnisfreude und diese wird zur schönen Erinnerung. Wie für Sarah ist es auch für Isabelle Ocenasek nicht der erste Segelflug. Schon vor zwei Jahren war sie dabei. Voll Freude wartet sie, bis sie an die Reihe kommt. Und nach dem Flug strahlt sie noch mehr: „Es war soo schön. Ich habe mich frei gefühlt wie ein Vogel.“ Der Flug hätte länger dauern können. Auch Harry Kopececk, Obmann der Union-Flugsportgruppe Linz, strahlt an diesem Tag. Für ihn ist es ganz etwas Besonderes, in die leuchtenden Augen seiner Fluggäste zu blicken. Damit werden er und die Piloten, die an diesem Tag immer wieder zu kurzen Rundflügen starten, für ihre Gastfreundschaft beschenkt – auch von der Freude, die Christine Nösterer anzusehen ist. – Sie ist überhaupt zum ersten Mal geflogen. Ihr hat es beim Aufstieg die Ohren verschlagen. Aber nicht die Sprache, als sie wieder am Boden ist: „Der Ausblick ist ein Wahnsinn. Ich habe über ganz Linz gesehen.“ Sie äußert nach dem Segeltrip einen großen Wunsch: „Ich tät gerne wieder fliegen.“