Das unsägliche Mohammed-Video hätte nie die Verbreitung und Wirkung erreicht, hätte sie nicht eine radikal-islamistische Gruppe in Ägypten ins Netz gestellt. Ein Kommentar von Hans Baumgartner.
Zunächst hörte sich der Führer der libanesischen Hisbollah, Hassan Nasrallah, die mahnenden Worte des Papstes an, dass Christen und Muslime gemeinsam für den Aufbau einer friedlichen und gerechten Welt arbeiten sollten. Zwei Tage später rief er zu landesweiten Protestaktionen gegen das den Propheten Mohammed schmähende Video eines dubiosen US-Amerikaners auf. Dass es dabei zu blutigen Zusammenstößen kommt und damit der ohnedies brüchige Friede im Libanon beschädigt wird, interessiert ihn nicht. So, wie seine radikalen Gesinnungsgenossen in Libyen, Tunesien, Ägypten, Afghanistan, Irak oder Pakistan. In all diesen Ländern gibt es eine Sehnsucht der Mehrheit der Menschen nach einer neuen, einer solidarischeren und gerechteren Gesellschaft. Aber in all diesen Ländern gibt es auch radikale und gewaltbereite Gruppen, die kein Interesse daran haben. Ihnen geht es – unter Berufung auf den Islam – um die Errichtung eines „Gottesstaates“, in dem es nur eine Wahrheit gibt, die ihre.
Islam als falsche Rechtfertigung für Hassaktionen
Ob sie sich dabei zurecht auf den Islam berufen können, wird auch von vielen ihrer Glaubensbrüder und -schwestern bezweifelt. Aber er dient ihnen als willkommene Krücke, um Menschen aufzuhetzen und deren Herzen mit Hass zu erfüllen. Um die Gesellschaften in ihren Ländern an einer guten Entwicklung zu hindern, ist ihnen jedes Mittel recht. Das unsägliche Mohammed-Video hätte nie die Verbreitung und Wirkung erreicht, hätte sie nicht eine radikal-islamistische Gruppe in Ägypten ins Netz gestellt. Nicht ohne Absicht, weil man genau weiß, dass „der Westen“ oder „die Christen“ damit nichts zu tun haben. Aber für die Hetze reicht es – Tote eingeschlossen.