Die meisten Pendler fahren alleine mit dem Auto zur Arbeit. Das soll sich jetzt ändern. Der Theologe Johannes Brandl hat eine virtuelle Börse gestartet, bei der das Handy Mitfahrer vorschlägt.
„Es ist doch verrückt, in wie vielen Autos nur eine Person sitzt!“ – Man müsste die Menschen, die gleiche Wege haben, miteinander in Verbindung bringen. Diese Gedanken gingen Mag. Johannes Brandl, Geschäftsführer der SPES Zukunfts-Akademie, Schlierbach, vor vier Jahren wieder einmal durch den Kopf. Er stand gerade am Straßenrand und wartete. Aus den Gedanken wurde ein Projekt, das jetzt in der Woche der Mobilität startet. Erste Zielgruppe sind Pendler/innen aus dem Oberen Mühlviertel. Flince Verbindung. Schon lange hat er keine Autostopper mehr gesehen. Aber pro Auto sind durchschnittlich nur 1,3 Personen unterwegs. Wenn es gelingt, diesen Durchschnitt auf 1,6 zu heben, haben wir viele Stau-Probleme weniger, manche Riesen-Bauprojekte würden sich erübrigen, ist Brandl überzeugt. Im Handy- und E-Mail-Zeitalter könne das Zusammenbringen von Menschen mit gleichen Teilwegen kein großes Problem sein. In Deutschland fand Brandl in „flinc“ einen erfahrenen Partner auf diesem Gebiet: Im Umkreis von Darmstadt sind schon 30.000 Nutzer bei flinc registriert, in ganz Deutschland 80.000. Start. In dieser Woche wurden und werden bei Puchenau flince Informationen verteilt. Flinc vernetzt ähnlich wie Facebook die bei flinc Registrierten: Diese tragen ihre Fahrten oder Fahrwünsche ein und das System bringt über Handy, Mail und www.spes.co.at/flinc die Menschen mit ähnlichen Wegen zusammen. Alles andere – wo ist der Mitfahrer abzuholen, wo will er aussteigen? – machen sich die Vernetzten aus. Flinc schlägt einen Mitfahrpreis vor. Schlierbach-Linz wird zum Beispiel mit 4,90 EUR kalkuliert.
Ziel. Innerhalb eines Jahres sollen 4000 Menschen registriert sein. Und dann soll das System und sein Erfolg für sich sprechen.